Hallo zusammen,
ich war gestern wieder zwischen Rickatschwende und Fohramoos unterwegs. Eigentlich hatte ich mit Hexenröhrlingen gerechnet, die auch vorhanden waren, aber alle schon viel zu alt. Dafür gab es eine ganze Menge Schönfuß-Röhrlinge:
Schönfuß-Röhrling, Caloboletus calopus
Auf Erde im Fichtentannenwald. Ich muss gestehen, diesen erkannte ich zuerst gar nicht als solchen. Am Stiel konnte ich weder ein Netz noch den typischen rot-gelben Farbverlauf ausmachen. Ich habe diesen auch schon über unsere WhatsApp-Gruppe geteilt und zumindest Uschi hatte gleich den richtigen Verdacht.
In Summe gab es an der Stelle vier prächtige Exemplare. Bei Nummer zwei war an der Stielspitze der Farbverlauf noch erkennbar. Bei den restlichen beiden, war es dann noch deutlicher. Da war der Fall dann auch für mich klar. Das heißt dann aber, dass alle braunstieligen Röhrlinge essbar sind, sofern es sich um keinen Schönfußröhrling handelt, der bei großer Hitze die Farbe verloren hat.
Breitblättriger Rübling, Megacollybia platyphylla
Auf Totholz im Fichten-Tannen-Wald. Sind zur Zeit auch recht häufig.
Frauen-Täubling, Russula cyanoxantha
Auf Erde im Fichten-Tannen-Wald. Erkennbar an den weichen Lamellen und am milden Geschmack.
Gold-Täubling, Russula aurea
Auf Erde im Fichten-Tannen-Wald. Ein persönlicher Erstfund. Hat mich gefreut.
Pfifferling, Cantharellus cibarius
Auf Erde im Fichten-Tannen-Wald.
Schüsselförmiges Kugelbecherchen, Heterosphaeria patella
Auf Doldenblütler auf Waldlichtung. Die hatten wir schon bei der Vereinsexkursion in Damüls.
Und zum Schluss noch etwas Unbekanntes auf dem selben Doldenblütler wie zuvor die Heterosphaeria. Mikroskopisch bin ich bisher noch nicht recht weiter gekommen, werde es aber die nächsten Tagen noch einmal versuchen. Vielleicht gibt es aber auch schon einen Tipp von euch.
Gruß,
Bernhard
Rickatschwende
Rickatschwende
Re: Rickatschwende
hallo Bernhard,
danke für deinen Bericht! Meine Anmerkungen dazu:
... alle Röhrlinge mit braunem Stiel (ausgen. Schönfuß-R.) kann man essen ... Das kann man nicht so einfach sagen! Auf die Schnelle fällt mir z.B. der Gallen-Röhrling ein. Da schaut der Stiel wegen dem braunen Netz auch braun aus. Leider gibt es fast nirgends so einfache Regeln für Speisepilze.
Frauentäublinge: ich rede inzwischen nicht mehr von weichen Lamellen, sondern von schmierigen (wachsigen) L. . Ich hatte im Juni bei mir in der Nähe eine noch junge Russula im Wald als R. cyanoxantha gesammelt und daheim dann in Zweifel gezogen. Der Frkp. war noch halbkugelig, sehr hart und die Lamellen außerordentlich widerstandsfähig. Da ist trotz intensivem Druck und drüber streifen gar nichts gesplittert oder kaputt gegangen. Ich habe dann gekostet und mit etwas Verzögerung war er scharf (nicht brennend). Es gibt eine Russula langei (Hartfleischiger Frauen-T.), die sollte jedoch nicht scharf sein. Nach meinen letztjährigen Erfahrungen (R. cyanoxantha var. variate und R.perviridis - von Irmgard sequenziert) bin ich da sehr kritisch geworden. Entweder wurde der vorher immer wieder übersehen / fehlbestimmt oder diese Doppelgänger bzw. Varietäten nehmen zu.
Russula aurea: hatte der auf der Unterseite irgendwo Goldtöne zumindest ansatzweise, Lamellen, Stiel ... auf dem Foto kann man da nichts erkennen. Diese Russula ist jedenfalls nicht häufig.
Zu den pokalförmigen Becherlingen auf dem Doldenblütler kann ich leider nichts sagen - evtl. noch jung?
LG Uschi
danke für deinen Bericht! Meine Anmerkungen dazu:
... alle Röhrlinge mit braunem Stiel (ausgen. Schönfuß-R.) kann man essen ... Das kann man nicht so einfach sagen! Auf die Schnelle fällt mir z.B. der Gallen-Röhrling ein. Da schaut der Stiel wegen dem braunen Netz auch braun aus. Leider gibt es fast nirgends so einfache Regeln für Speisepilze.
Frauentäublinge: ich rede inzwischen nicht mehr von weichen Lamellen, sondern von schmierigen (wachsigen) L. . Ich hatte im Juni bei mir in der Nähe eine noch junge Russula im Wald als R. cyanoxantha gesammelt und daheim dann in Zweifel gezogen. Der Frkp. war noch halbkugelig, sehr hart und die Lamellen außerordentlich widerstandsfähig. Da ist trotz intensivem Druck und drüber streifen gar nichts gesplittert oder kaputt gegangen. Ich habe dann gekostet und mit etwas Verzögerung war er scharf (nicht brennend). Es gibt eine Russula langei (Hartfleischiger Frauen-T.), die sollte jedoch nicht scharf sein. Nach meinen letztjährigen Erfahrungen (R. cyanoxantha var. variate und R.perviridis - von Irmgard sequenziert) bin ich da sehr kritisch geworden. Entweder wurde der vorher immer wieder übersehen / fehlbestimmt oder diese Doppelgänger bzw. Varietäten nehmen zu.
Russula aurea: hatte der auf der Unterseite irgendwo Goldtöne zumindest ansatzweise, Lamellen, Stiel ... auf dem Foto kann man da nichts erkennen. Diese Russula ist jedenfalls nicht häufig.
Zu den pokalförmigen Becherlingen auf dem Doldenblütler kann ich leider nichts sagen - evtl. noch jung?
LG Uschi
Re: Rickatschwende
ich weiß nicht, warum es vorher meine 2 Fotos nicht angezeigt hatte, habe da wohl unbewusst einen Fehler gemacht.
Re: Rickatschwende
Hallo Uschi,
danke für deine Anmerkungen. Bzgl. Frauentäubling war mir bewusst, dass es hier jetzt einen giftigen Doppelgänger gibt. Wenn ich dich richtig verstehe, ist dies R. perviridis. Über diese Art findet man im Internet recht wenig. Auch in der Mykologischen Datenbank gibt es nur deinen Eintrag. Bei meinem Exemplar waren die Lamellen tatsächlich schmierig, wie dieses Bild schön zeigt:
Bzgl. Goldtäubling (Russula aurea) noch ein Foto mit den von dir angesprochenen typischen Gelbtöne:
Bzgl. der pokalförmigen Becherlinge kann gut sein, dass diese noch zu jung sind. Ich werde sie weiter beobachten.
Gruß,
Bernhard
danke für deine Anmerkungen. Bzgl. Frauentäubling war mir bewusst, dass es hier jetzt einen giftigen Doppelgänger gibt. Wenn ich dich richtig verstehe, ist dies R. perviridis. Über diese Art findet man im Internet recht wenig. Auch in der Mykologischen Datenbank gibt es nur deinen Eintrag. Bei meinem Exemplar waren die Lamellen tatsächlich schmierig, wie dieses Bild schön zeigt:
Bzgl. Goldtäubling (Russula aurea) noch ein Foto mit den von dir angesprochenen typischen Gelbtöne:
Bzgl. der pokalförmigen Becherlinge kann gut sein, dass diese noch zu jung sind. Ich werde sie weiter beobachten.
Gruß,
Bernhard
Re: Rickatschwende
Bernhard schrieb: "Bzgl. Frauentäubling war mir bewusst, dass es hier jetzt einen giftigen Doppelgänger gibt. Wenn ich dich richtig verstehe, ist dies R. perviridis."
Wir haben es bisher mit zwei scharfen Frauentäublingen zu tun - Russula cyanoxantha var. variata und Russula perviridis. Ob es noch mehr davon gibt weiß ich nicht. Gemeinsam haben sie, dass sie mit etwas Verzögerung scharf werden, harte Frkp. haben, die Lamellen sehr widerstandsfähig (weich) jedoch nicht schmierig sind und dass sie bräunen. Auf den ersten Blick schauen sie makroskopisch wie "normale" Frauentäublinge aus.
Auf der sicheren Seite ist man, wenn die Lamellen wachsig bzw. schmierig sind.
LG Uschi
Wir haben es bisher mit zwei scharfen Frauentäublingen zu tun - Russula cyanoxantha var. variata und Russula perviridis. Ob es noch mehr davon gibt weiß ich nicht. Gemeinsam haben sie, dass sie mit etwas Verzögerung scharf werden, harte Frkp. haben, die Lamellen sehr widerstandsfähig (weich) jedoch nicht schmierig sind und dass sie bräunen. Auf den ersten Blick schauen sie makroskopisch wie "normale" Frauentäublinge aus.
Auf der sicheren Seite ist man, wenn die Lamellen wachsig bzw. schmierig sind.
LG Uschi