Im Allgemeinen gebe ich meine Morchelfundstellen nicht gerne preis. In diesem Fall hat es sich eh erledigt. Einer von vielen Fällen von Biotopvernichtung, die ich schon so oft erleben musste.
Hier war eine von mir vor zwei Jahren entdeckte Stelle, an der eine Spitzmorchel wuchs. Es war eine runde Spitzmorchel, deren Habitus zwar die Form einer Rundmorchel vorwies, aber parallele Längsrippen hatte und die typische schwarze Färbung. Die genaue Art kann ich nun nicht mehr bestimmen. Ich habe mich damals sehr gefreut die Pilze zu finden und mir vorgenommen den Platz jährlich zu beobachten. Daraus wird nun nichts mehr.
Hier wird ein Stall gebaut.
Nicht, dass ich dem Nachbarn den neuen Stall nicht gönne, aber hier zeigt sich wie sehr Eingriffe in den Lebensraum Vorkommen von Pilzen vernichten.
Der genaue Fundort der Fruchtkörper liegt nun unter dem frisch gelegten Asphalt. Am Rand wurde ausgelichtet und die Bezugssträucher des Pilzes fein säuberlich herausgeschnitten. Die Fichten ließ man stehen.
Ich vermute, dass die Pilze nächsten Frühling vielleicht noch einmal eine Notfruktifikation direkt an der Asphaltgrenze vornehmen und dann gänzlich absterben.
Lebensräume
Re: Lebensräume
ja Klaus, das ist ärgerlich. Da hätte sich auch nichts geändert, wenn das Wissen um die Morcheln vorhanden gewesen wäre. Grundsätzlich können wir nicht genug darauf hinweisen, dass die Pilze ein eigenes Reich sind und welch wichtige Funktionen sie in der Natur haben. Wenn es um irgend welchen Naturschutz geht, ist immer nur die Rede von Fauna und Flora. Es ist höchst an der Zeit, dass die Funga hier endlich gleichrangig behandelt und nicht immer noch tw. mit der Botanik vermischt wird. Wenn es um Naturschutz generell geht, sind die Pilze in der Gewichtung meist unterrepräsentiert.
LG Uschi
LG Uschi