Hallo zusammen,
anbei eine kurze Dokumentation der Bestimmung. Gefunden im Rahmen der gestrigen Vereinsexkursion auf einem Erlenast. Der Strauch stand einzeln auf einem Grünstreifen am Straßenrand.
Die Ascomata sind ausgebreitet bis polsterförmig mit einem purpurnen bis weinroten Farbton.
Die Perithecien sind zum Teil rundlich bis obovoid (umgekehrt eiförmig) und nicht tubular (röhrenförmig).
Die mit KOH extrahierbaren Farbpigmente sind gelblich bis bernsteinfarben.
Die Sporen sind 11.9-13.7 x 5.1-5.7 um groß (Q = 2.2-2.6) und haben einen leicht sigmoid-förmigen Keimspalt. Das Perispor löst sich in KOH ab.
Bei der Bestimmung habe ich mich an den Schlüssel von Fournier, Koepcke & Stadler 2010 in Mycotaxon 113 gehalten, den Björn im Beitrag (viewtopic.php?p=71&hilit=Hypoxylon#p71) erwähnt. Dabei lande mit den oben genannten Merkmalen bei bzw. - in der Gruppe um - H. fuscum. Entsprechend den Erläuterungen von Björn und dem im Beitrag angeführten Schlüssel (KOH bernsteinfarben, an Erle) sollte es H. pseudofuscum sein.
Gruß,
Bernhard
Hypoxylon pseudofuscum
Hypoxylon pseudofuscum
Re: Hypoxylon pseudofuscum
Hallo zusammen,
anbei meine Bestimmung nach dem Schlüssel von von Fournier et. al im Detail:
1) Mature stromata waxy to woody, not carbonaceous, colored other than black and with KOH-extractable pigments > 2) Stromata effused to pulvinate > 6) Stromatal surface with Purple (35) or Vinaceous (57) colors > 7) Ascospores averaging less than 15 µm long > 9) KOH-extractable pigments Amber (47), Isabelline (65), Olivaceous (48), Gray Olivaceous (107), Greenish Olivaceous (90), Citrine (13) or otherwise with yellow, green or brown tones > 13) Perithecia spherical to obovoid, not tubular; stromatal surface lacking a metallic shine when mature > 14) Ascospores with slightly sigmoid germ slit > 16) Stromata with sienna (8) or otherwise orange brown granules and KOH-
extractable pigments amber (47), isabelline (65), olivaceous (48), gray olivaceous (107), or greenish olivaceous (90); widespread, preferably on Betulaceae and other hosts, but not yet safely recorded from Quercus; ascospores 11–16 × 5–8 µm > H. fuscum
Kommentar von Björn: "H. pseudofuscum ist im Schlüssel von Fournier et al. 2010 noch gar nicht drin, da diese Art erst von Lambert et al. 2021 beschrieben wurde. Hier muss beachtet werden, dass im Schlüssel von Fournier et al. 2010 aufgrund der Unkenntnis über H. pseudofuscum bzw. generell über den noch unbekannten Artenkomplex H. fuscum agg., H. pseudofuscum wahrscheinlich in H. fuscum integriert vorkommt, diese Art also z.B. auch mit einer recht großen Streuung der Sporenmaße angegeben ist (hier und da taucht eine Länge von "8-20 µm" auf)."
Weiter bestimmt mit dem Schlüssel von Björn:
1) Sporen mit etwas sigmoider Keimspalte > 2) KOHnicht orange, olivgrünlich, bernsteinfarben > 3) An Erle, Alnu spp, ... KOH bernsteinfarben > H. pseudofuscum
Bitte gerne kommentieren, falls ich irgendwo falsch abgebogen sein sollte.
Gruß,
Bernhard
anbei meine Bestimmung nach dem Schlüssel von von Fournier et. al im Detail:
1) Mature stromata waxy to woody, not carbonaceous, colored other than black and with KOH-extractable pigments > 2) Stromata effused to pulvinate > 6) Stromatal surface with Purple (35) or Vinaceous (57) colors > 7) Ascospores averaging less than 15 µm long > 9) KOH-extractable pigments Amber (47), Isabelline (65), Olivaceous (48), Gray Olivaceous (107), Greenish Olivaceous (90), Citrine (13) or otherwise with yellow, green or brown tones > 13) Perithecia spherical to obovoid, not tubular; stromatal surface lacking a metallic shine when mature > 14) Ascospores with slightly sigmoid germ slit > 16) Stromata with sienna (8) or otherwise orange brown granules and KOH-
extractable pigments amber (47), isabelline (65), olivaceous (48), gray olivaceous (107), or greenish olivaceous (90); widespread, preferably on Betulaceae and other hosts, but not yet safely recorded from Quercus; ascospores 11–16 × 5–8 µm > H. fuscum
Kommentar von Björn: "H. pseudofuscum ist im Schlüssel von Fournier et al. 2010 noch gar nicht drin, da diese Art erst von Lambert et al. 2021 beschrieben wurde. Hier muss beachtet werden, dass im Schlüssel von Fournier et al. 2010 aufgrund der Unkenntnis über H. pseudofuscum bzw. generell über den noch unbekannten Artenkomplex H. fuscum agg., H. pseudofuscum wahrscheinlich in H. fuscum integriert vorkommt, diese Art also z.B. auch mit einer recht großen Streuung der Sporenmaße angegeben ist (hier und da taucht eine Länge von "8-20 µm" auf)."
Weiter bestimmt mit dem Schlüssel von Björn:
1) Sporen mit etwas sigmoider Keimspalte > 2) KOH
Bitte gerne kommentieren, falls ich irgendwo falsch abgebogen sein sollte.
Gruß,
Bernhard