Sclerococcum stygium

Sclerococcum stygium

von Bernhard »

Hallo zusammen,

man ist dann doch oft erstaunt, was man in den Dornbirner Achauen nicht alles so findet. So geht es mir gerade auch bei diesem Fund auf einem Holzstumpf im Auwald. Ich denke, dass es sich dabei vermutlich um das Schwarze Holzscheibchen (Rhizodiscina lignyota) handelt.

Kleine Becherchen in elegantem Schwarz hatte ich bisher noch nicht und ich finde, diese sehen schon irgendwie cool aus.
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Im Querschnitt unter dem Mikroskop kann man sehr schön das Hymenium mit den Schläuchen erkennen.
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Die Sporen sind dunkel gefärbt, einfach septiert und 18.4-22.7 x 4.8-5.7 um groß (Q = 3.4-4.3) und damit für R. lignyota eigentlich viel zu groß.
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Die Ascusspitzen verfärben sich in Lugol kräftig blau.
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Für die Bestimmung habe ich den Schlüssel von Yacharoen S. et al. (2015): Patellariaceae revisited verwendet. Mit den als Apothecien ausgebildeten Fruchtkörpern, den acht-sporigen Asci, den einfach septierten Sporen ohne Anhängsel lande ich bei 11) und der Frage, ob die Ascosporen < 15 um sind. Dann wäre es eine Rhizodiscina. Und sonst wäre es bei rötlich-braunen Apothecien eine Schrakia - kann man wohl ausschließen - und bei dunkelbraunen Apothecien eine Poetschia. Zu Poetschia finde ich aber nichts, was zu meinem Fund passen würde. Ich kann aber auch nicht ausschließen, dass ich hier etwas übersehe.

Die Sporengröße für R. lignyota ist in der Beschreibung mit 9–14 x 4–5 um angegeben. Obwohl mein Fund makroskopisch sehr gut zu dieser Art passen würde, bin ich mir daher nicht sicher, ob sich das mit der Sporengröße noch ausgeht. Daher wäre ich für Meinungen zu diesem Fall sehr dankbar.

Unterm Strich würde aber ein cooler Pilz schon gut zu einer coolen Stadt wie Dornbirn passen. Hier ist halt manches etwas größer als im Rest vom Land ;-).

Gruß,
Bernhard

Re: Sclerococcum stygium

von Bernhard »

Hallo zusammen,

ich muss mich hier korrigieren. Ich hatte aufgrund meiner Unsicherheit gestern noch Björn kontaktiert. Er hat mir auch prompt geantwortet und mich auf die Gattung Scleroccoccum aufmerksam gemacht. Herzlichen Dank dafür an dieser Stelle nochmals.

Nach kurzer Recherche lande ich bei Sclerococcum stygium und diese Art scheint nun wirklich sehr gut zu meinem Fund zu passen. Erwähnt werden die intensive Jod-Reaktion und die längs-gestreiften Sporen. Letzteres kann man zumindest im folgenden Bild an der Spore gut erkennen.
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Bzgl. der Sporengröße finde ich unterschiedliche Angaben, wie z.B. 13.8 – 17.7 x 4.2 – 4.5 in einem Beitrag auf Ascofrance. In der Mykologischen Datenbank gibt es aber auch ein paar Einträge zu dieser Art. Bei einem Fund aus Erwald in Tirol sind auch Sporen mit einer Länge von bis zu 23 um angeführt.

Weitere Merkmale sind die 6-7-fach septierten, an den Spitzen abrupt angeschwollen Paraphysen, die ich auch bei meinem Fund erkenne.
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Alles in allem passen die erwähnten Merkmale von Sclerococcum stygium sehr gut zu meinem Fund. Doch ein bisschen uncool, dass ich beim ersten Bestimmungsversuch doch etwas daneben gelegen bin. Cool sind die schwarzen Pilzchen aber allemal.

Liebe Grüße,
Bernhard

Re: Sclerococcum stygium

von Uschi »

hallo Bernhard,

uncool wäre wenn du dich überhaupt nie verrennst! Das gehört ja doch gelegentlich dazu, auch wenn es manchmal nervig sein kann. Wirklich cool ist die schöne Kollektion allemal, egal welchen Namen die Becherchen nun bekommen haben.

Ich bin ja gespannt, was du noch alles präsentieren wirst.
LG Uschi

Re: Sclerococcum stygium

von Bernhard »

Hallo zusammen,

Irmgard hat Sclerococcum stygium bestätigt.

Gruß,
Bernhard
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