aufgrund der pilzlichen Flaute im Tal, haben wir die Juni-Exkursion in die Höhe nach Lech in den Raum Fischteich/Golfplatz Zug verlegt. Und trotz längerer Anfahrt und immer noch recht hohen Temperaturen, war es meiner Meinung nach eine sehr schöne Exkursion, die bei einem gemütlichen Mittagessen beim Fischerwirt in Zug ihren Ausklang fand.
Hier eine Zusammenfassung meiner Funde:
Süßgräser-Braunrost, Puccinia poarum s.l.
Auf Pestwurz (Petasites) an der Bachböschung; die Aecidien sind becherförmig, Rand umgebogen, zerschlitzt; die Acediosporen 22.9-27.0 x 20.8-23.9 um groß (Q = 1.0-1.2, N = 21)
Schwengel-Braunrost, Puccinia festucae
Auf Heckenkirsche bzw. Geißblatt (Lonicera) an Böschung im Nadelwald, gefunden von Irma; Aecedien sind becherförmig mit weißlichem zerschlitztem Rand, innen orange, unterseits von gelblichen und bräunlichen Blattflecken; die Acediosporen sind 21.7-25.9 x 20.4-23.0 um groß (Q = 1.0-1.1, N = 9); Wirtswechsel zu Schwingel, eine Gattung der Süßgräser; im Klenke/Scholler ist es die einzige erwähnte Rostpilzart auf Heckenkirsche; in der Mykologischen Datenbank wäre dies der erste Eintrag für Vorarlberg dieser Art;
Frauenmantelrost, Trachyspora alchemillae syn. Trachyspora intrusa
Auf Frauenmantel (Alchemilla) am Forstwegrand; im Klenke/Scholler die einzige Art auf Frauenmantel;
Ergänzung 29.06.: Sofern ich das richtig verstehe, handelt es sich in folgendem Bild bei den Sporen links unten um Urediniosporen (IIsp.) und oben in der Mitte um gestielte Teliosporen (IIIsp.). Das passt mit den Bildern auf https://nl.wikipedia.org/wiki/Gewone_vrouwenmantelroest sehr gut zusammen.
Alpenrosen-Goldrost, Chrysomyxa rhododendri (?)
Auf Alpenrose (vmtl. Rhododendron hirsutum), gefunden von Christian; im Klenke/Scholler die einzige Art auf Rh. ferrugineum und Rh. hirsutum;
Auf Storchenschnabel (Geranium) im Nadelwald, gefunden von Christian. Auf Geranium scheint es eine ganze Menge von Rostpilzen zu geben, was die Bestimmung entsprechend schwierig macht. Unter den Sporen konnte ich auch stachelige entdecken, welche bei U. geranii vorkommen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies für eine eindeutige Bestimmung ausreicht.
Ergänzung 29.06.: Habe mir heute den Pilz noch einmal angesehen und die Sporen gemessen. Diese sind 26.6-31.5 x 20.3-24.4 um groß (Q = 1.2-1.5, N = 18). Stachelige Sporen habe ich keine mehr gefunden - vermutlich nur ein Beifang. Die Untersuchung der schwarzen Verwachsungen an den Blattspitzen hat auch nichts gebracht.
Zumindest bei den letzten beiden bin ich mir recht unsicher und daher froh, wenn diese noch durch einen Experten bestätigt werden könnten.
Liebe Grüße,
Bernhard