Trematosphaeria lineolatispora?
Verfasst: Do 1. Jan 2026, 17:56
Hallo zusammen,
noch ein Fund im Auwald nahe am Alten Rhein bei Gaißau auf totem Laubholz. Die Fruchtkörper sind ca. 0.2 mm groß und im Substrat eingesenkt. Die Baumart konnte ich leider nicht identifizieren.
Die Sporen sind 43.8-46.8 x 8.6-9.3 um groß mit einem Q-Wert von 5.0-5.1 (nur 5 Messungen!) und 6-zellig, wobei die mittleren Zellen dunkler sind als die beiden Endzellen. Auffallend ist auch, dass die Endzellen teilweise aufgeblasen und bei manchen Sporen auch geplatzt sind.
Für die Bestimmung habe ich den Trematosphaeria-Schlüssel aus Tanaka K. et al. (2005): Trematosphaeria: taxonomic concepts, new species from Japan
and key to species verwendet. Mit den 5-fach septierten und unter 50 um langen Sporen ohne "cristate beak" auf den Ascomata lande ich bei 12). Gestreifte Ornamente auf den Sporen kann ich zwar keine ausmachen, aber bzgl. der Sporengröße passt T. lineolatispora (34-48 x 7-10 um) schon sehr gut. Die Sporengröße würde auch für T. pachycarpa (40-52 x 7.5-10 um) gut passen, aber Hülle (sheath) erkenne ich keine. Für die verbleibenden T. crassiseptata (28.5-35 x 8-10.5 um) und T. biappendiculata (30-38 x 9-11 um) sind die von mir gemessenen Sporen dann wohl zu groß.
Bzgl. T. lineolatispora habe ich noch folgenden Link gefunden: https://freshwaterfungi.org/pleosporale ... spora.html. Die Abbildungen dort sind meinem Fund schon sehr ähnlich. In Abb. 21 wird auch darauf hingewiesen, dass die "end cells may become inflated prior to germination", was ich auch bei meinem Fund beobachte. Zudem wird weiter oben erwähnt, dass die Sporen an den Enden aufplatzen können ("occasionally rupturing at the tips"). Auch das beobachte ich bei meinem Fund. Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob dies auch für andere Arten dieser Gattung zutrifft.
In der Mykologischen Datenbank sind aus dieser Gattung T. hydrela (Sporen mit 80-88 um zu lang) mit einem Fund von Andreas und T. pertusa (Sporen mit 22-32 um zu kurz) sowie T. rheithrophila angeführt. Zu letzterer gibt es im Schlüssel von Tanaka K. et al. keine Hinweise. In Kirschstein W (1941): De plerisque novis ascomycetibus
et paucis novis fungis imperfectis (https://www.zobodat.at/pdf/Hedwigia_80_ ... 9-0137.pdf) wird aber - sofern ich den in Latein verfassten Absatz richtig interpretiere - eine Sporengröße von 70-95 x 14-17 um angegeben, was für meinen Fund auch zu groß wäre.
Ich denke, dass es sich - sofern ich nicht irgendwo grob falsch abgebogen bin - dabei um einen spannenden Fund handelt und wäre über euer Meinung zu froh.
Gruß,
Bernhard
noch ein Fund im Auwald nahe am Alten Rhein bei Gaißau auf totem Laubholz. Die Fruchtkörper sind ca. 0.2 mm groß und im Substrat eingesenkt. Die Baumart konnte ich leider nicht identifizieren.
Die Sporen sind 43.8-46.8 x 8.6-9.3 um groß mit einem Q-Wert von 5.0-5.1 (nur 5 Messungen!) und 6-zellig, wobei die mittleren Zellen dunkler sind als die beiden Endzellen. Auffallend ist auch, dass die Endzellen teilweise aufgeblasen und bei manchen Sporen auch geplatzt sind.
Für die Bestimmung habe ich den Trematosphaeria-Schlüssel aus Tanaka K. et al. (2005): Trematosphaeria: taxonomic concepts, new species from Japan
and key to species verwendet. Mit den 5-fach septierten und unter 50 um langen Sporen ohne "cristate beak" auf den Ascomata lande ich bei 12). Gestreifte Ornamente auf den Sporen kann ich zwar keine ausmachen, aber bzgl. der Sporengröße passt T. lineolatispora (34-48 x 7-10 um) schon sehr gut. Die Sporengröße würde auch für T. pachycarpa (40-52 x 7.5-10 um) gut passen, aber Hülle (sheath) erkenne ich keine. Für die verbleibenden T. crassiseptata (28.5-35 x 8-10.5 um) und T. biappendiculata (30-38 x 9-11 um) sind die von mir gemessenen Sporen dann wohl zu groß.
Bzgl. T. lineolatispora habe ich noch folgenden Link gefunden: https://freshwaterfungi.org/pleosporale ... spora.html. Die Abbildungen dort sind meinem Fund schon sehr ähnlich. In Abb. 21 wird auch darauf hingewiesen, dass die "end cells may become inflated prior to germination", was ich auch bei meinem Fund beobachte. Zudem wird weiter oben erwähnt, dass die Sporen an den Enden aufplatzen können ("occasionally rupturing at the tips"). Auch das beobachte ich bei meinem Fund. Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob dies auch für andere Arten dieser Gattung zutrifft.
In der Mykologischen Datenbank sind aus dieser Gattung T. hydrela (Sporen mit 80-88 um zu lang) mit einem Fund von Andreas und T. pertusa (Sporen mit 22-32 um zu kurz) sowie T. rheithrophila angeführt. Zu letzterer gibt es im Schlüssel von Tanaka K. et al. keine Hinweise. In Kirschstein W (1941): De plerisque novis ascomycetibus
et paucis novis fungis imperfectis (https://www.zobodat.at/pdf/Hedwigia_80_ ... 9-0137.pdf) wird aber - sofern ich den in Latein verfassten Absatz richtig interpretiere - eine Sporengröße von 70-95 x 14-17 um angegeben, was für meinen Fund auch zu groß wäre.
Ich denke, dass es sich - sofern ich nicht irgendwo grob falsch abgebogen bin - dabei um einen spannenden Fund handelt und wäre über euer Meinung zu froh.
Gruß,
Bernhard