Funde aus Göfis

Funde aus Göfis

von Bernhard »

Hallo zusammen,

ich war gestern gemeinsam mit Norbert am Gasserplatz in Göfis unterwegs. Und dort gibt es immer etwas Spannendes zu finden. Für mich waren gleich ein paar persönliche Erstfunde dabei.

Traniger Frühlings-Glöckling, Entoloma hirtipes
Auf Erde im Mischwald. Ein im Verhältnis zum Hut langer Stiel, der mehlige Geruch und die Cheilozystiden sollten ihn von E. vernum unterscheiden.
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Fichtenzapfen-Helmling, Mycena plumipes
Auf Fichtenzapfen im Mischwald. Der kräftige Chlorgeruch macht den Fall klar.
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Ohrlöffel-Stacheling, Auriscalpium vulgare
Auf Kiefernzapfen im Mischwald. Den hatte ich bisher noch nicht und daher freut mich der Fund umso mehr.
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Herber Zwergknäueling, Panellus stipticus
Auf totem Laubholz im Mischwald. Den hat Norbert entdeckt und mir gezeigt. Ich kannte diesen vorher noch nicht.
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Becherförmiger Drüsling, Exidia glandulosa
Auf totem Laubholzast im Mischwald. Für mich ist auch dieser ein Erstfund. Die haarige Oberseite mit der fein-warzigen Unterseite unterscheidet ihn von dem mir gut bekannten Warzigen Drüsling.
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Und dann vermutlich jetzt doch Rhizodiscina lignyota. Dieser folgt in einem eigenen Beitrag.

Gruß,
Bernhard

Rhizodiscina lignyota

von Bernhard »

Schwarze Holzscheibchen, Rhizodiscina lignyota

Ende Februar meinte ich, diesen Pilz bereits in Dornbirn gefunden zu haben. Makroskopisch hat es gepasst, aber die Sporen waren damals zu groß. Der Fund hat sich dann als Sclerococcum stygium herausgestellt. Die Details zu diesem Pilz findet ihr hier: viewtopic.php?t=130

Von Christoph Hahn gibt es einen Beitrag zu diesem Pilz auf pilzforum.eu: https://www.pilzforum.eu/board/thread/5 ... -lignyota/. Er verweist darin auf eine Publikation von Yacharoen et al. (2015), den ich zur Bestimmung verwendet habe. Die Beschreibung zu R. lignyota ist dort wie folgt:

Saprobisch auf Eichen (Quercus sp.) in terrestrischen Habitaten. Sexualform: Ascomata 580–625 × 204–208 µm, apothecienartig, oberflächlich, in kleinen Gruppen oder verstreut auf der Rinde; jung geschlossen, bei Reife ein schwarzes, samtiges Hymenium freilegend; Rand leicht verdickt, gekerbt und über das Hymenium emporragend, im Umriss konvex, mit einer schwarzen Verankerungsbasis. Excipulum 29–42 µm breit (x=36 µm; n=10), pseudoparenchymatisch, äußere Schichten schwarz, nicht durchgehend, mit der Oberfläche des Wirts verschmolzen; innere Schichten aus Textura angularis bestehend, dicker als die äußere Schicht, mit dichten Zellen, dunkelbraun. Hamathecium dick, bestehend aus 1,5–2 µm breiten, verzweigten, septierten, hyalinen Pseudoparaphysen, an der Spitze leicht geschwollen, anastomosierend, ein hellbraunes Epithecium über oder auf Höhe der Asci bildend. Asci 45–50 × 13–16 µm (x=47×14 µm; n=10), bitunicat, keulenförmig (clavat), lang gestielt (pedicellat), an der Spitze breit, mit einer weiten Apikalkammer (Ocular Chamber). Ascosporen 9–14 × 4–5 µm (x=12×5 µm; n=10), unregelmäßig angeordnet, umgekehrt eiförmig (obovoid) bis länglich, die obere Zelle leicht geschwollen, im übrigen Teil schmaler, an den Enden abgerundet, an den Septen eingeschnürt, einfach septiert, braun, glattwandig. Asexualform: Unbekannt.

Das passt alles sehr gut zu meinem Fund.

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Die Sporen sind bei mir 9.9-13.1 x 3.7-4.3 um groß (Q = 2.6-3.2, N = 27).

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Die Sporen erinnern mich ein bisschen an ein Schrittmuster. Ich nenne jetzt keine Namen, aber es könnte für den einen oder anderen aus unserem Verein bei der Suche nach Kleinpilzen ganz gut passen.

Gruß,
Bernhard

Re: Funde aus Göfis

von Uschi »

hallo Bernhard,
ja der Gasserplatz ist immer wieder interessant. Am Donnerstag war es noch ziemlich feucht, jetzt herrscht oberflächlich schon wieder Trockenheit. Ich war gestern noch eine kurze Runde dort, allerdings im südlichen Bereich. In den ersten Jahren wo man sich intensiver damit beschäftigt, gibt es vermehrt persönliche Erstfunde und die sind immer etwas Besonderes.
LG Uschi

Re: Funde aus Göfis

von Uschi »

Bernhard schrieb: "Fichtenzapfen-Helmling, Mycena plumipes, auf Fichtenzapfen im Mischwald. Der kräftige Chlorgeruch macht den Fall klar"
Gestern hatte ich auch in Göfis am Wegrand Helmlinge entdeckt, die zwischen Blättern und Moos hervorschauten. Beim genaueren Hinsehen waren es drei Flecken mit relativ vielen Fruchtkörpern, so wie wir es eher von den Fichtenzapfenrüblingen kennen. Ich nahm 2 Hüte weg und habe daran gerochen - intensiver Chlorgeruch! Irgendwie störte mich trotzdem etwas, ich konnte nicht genau sagen was. So habe ich vorsichtig die Blätter etc. weg gegeben und wollte den Fichtenzapfen sehen, worauf die ja wachsen sollten. Ich war überrascht, als morsches Holz zum Vorschein kam. Da nahm ich welche zum Nachbestimmen mit. Aus dem vorerst vermuteten Chlorhelmling auf Fichtenzapfen wurde der Zweisporige Nitrat-Helmling Mycena silvae-nigrae So kann es ein sog. "Schnellschuss" werden, wenn man nicht aufpasst!
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Basidien 2-sporig, auch einzelne 1-sporige waren dabei
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LG Uschi
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