Hallo zusammen,
anbei eine Zusammenfassung meiner Funde von der gestrigen Exkursion in Laterns.
Orangeroter Graustiel-Täubling, Russula decolorans
Auf Erde im Nadelwald bei Fichte;
Schönfuß-Röhrling, Caloboletus calopus
Auf Erde im Nadelwald bei Fichte;
Perlpilz, Amanita rubescens
Auf Erde im Nadelwald;
Reifpilz, Cortinarius caperatus
Auf Erde im Nadelwald;
Flockenstieliger Hexenröhrling, Neoboletus praestigiator
Auf Erde im Nadelwald;
Pfifferling, Cantharellus cibarius
Auf Erde im Nadelwald;
Alpenrosen-Nacktbasidie, Exobasidium rhododendri
Auf Alpenrose am Waldrand. Günter hat mich dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht. Ich kannte diesen bisher noch nicht.
Frauenmantelrost, Trachyspora alchemillae
Auf Frauenmantel (Alchemilla) an der Straßenböschung; bei diesem Fund mit den gestielten Teliosporen (IIIsp.);
Weitere Arten folgen noch.
Gruß,
Bernhard
Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
hier noch ein paar Funde von Anna, Uschi und mir
Amanita excelsa - Grauer Wulstling
im Nadelwald
Cortinarius limonius - Löwengelber Raukopf
Cortinarius rubellus - Spitzgebuckelter Raukopf
Cortinarius rubicundulus - Gilbender Raukopf
Cortinarius stillatitius - Honig-Schleimfuß
auf Erde in Nadelwald, Geruch nach Honig besonders an der Stielbasis
Cortinarius cinnamoviolaceus - Zimtvioletter Rettich-Wasserkopf
von Uschi gefunden und bestimmt
Entoloma conferdendum - Kreuzsporiger Rötling
kreuzförmige Sporen: [13.7-15.0] x [5.7-6.5] Q = [2.2-2.6] N = 6 Basidien 4-sporig
Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm
Galerina sphagnorum - Verkahlender Torfmoos-Häubling
Galerina paludosa - Weißflockiger Torfmoos-Häubling, Fastberingter T.-H.
Sporen: [9.7-11.7] x [5.5-6.1] Q = [1.7-1.9] N = 13
Gloeophyllum odoratum - Fenchel-Porling
Speitäubling agg.
Russula vinosa - Weinroter Graustiel-Täubling
Amanita excelsa - Grauer Wulstling
im Nadelwald
Cortinarius limonius - Löwengelber Raukopf
Cortinarius rubellus - Spitzgebuckelter Raukopf
Cortinarius rubicundulus - Gilbender Raukopf
Cortinarius stillatitius - Honig-Schleimfuß
auf Erde in Nadelwald, Geruch nach Honig besonders an der Stielbasis
Cortinarius cinnamoviolaceus - Zimtvioletter Rettich-Wasserkopf
von Uschi gefunden und bestimmt
Entoloma conferdendum - Kreuzsporiger Rötling
kreuzförmige Sporen: [13.7-15.0] x [5.7-6.5] Q = [2.2-2.6] N = 6 Basidien 4-sporig
Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm
Galerina paludosa - Weißflockiger Torfmoos-Häubling, Fastberingter T.-H.
Sporen: [9.7-11.7] x [5.5-6.1] Q = [1.7-1.9] N = 13
Gloeophyllum odoratum - Fenchel-Porling
Speitäubling agg.
Russula vinosa - Weinroter Graustiel-Täubling
Zuletzt geändert von Renate Ammann am Di 28. Jul 2026, 18:17, insgesamt 2-mal geändert.
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Hallo zusammen,
anbei der zweite Teil:
Behangener Düngerling, Panaeolus papilionaceus
Auf Kuhdung im Nadelwald; bereits im Feld von Uschi als solcher angesprochen; die Sporenmaße von 15.3-17.0 x 8.5-9.8 um passen sehr gut und bestätigen die Bestimmung;
Samthäubchen, Conocybe sp.
Auf selben Kuhdung wie der Düngerling und ebenso vertrocknet; Sporen messe ich 11.4-13.0 x 6.4-7.2 um groß mit Q = 1.7-1.8; Basidien überwiegend zweisporig; Sporen verfärben sich in KOH bräunlich; ich habe begonnen in der Funga Nordica zu schlüsseln, komme aber dabe nicht so recht weiter;
Häubling, Galerina sp.
Auf Erde zwischen Moos auf Waldlichtung; Sporen messe ich 8.5-9.9 x 5.5-6.3 um groß mit Q = 1.5-1.6; die Cheilozystiden sind für mich am ehesten tibiiform; im Moos gibt es hier leider sehr viele Galerinaarten und daher komme ich auch hier beim Schlüsseln nicht recht weiter; G. sphagnorum würde ich bei diesem Fund eher ausschließen, da diese laut Funga Nordica eher im Herbst auftritt und lageniforme Cheilozystiden aufweist.
Becherling, Peziza sp.
Auf Erde bei Feuchtstelle (Schlammloch); Fruchtkörper scheidet wasserklaren Saft aus; die Sporen haben zwei Tropfen, sind ornamentiert und bei mir 21.1-22.9 x 10.5-11.5 um groß mit Q = 1.9-2.1; die Asci verfärben sich an der Spitze blau bei Hinzugabe von Lugol; die Paraphysen sind septiert, an der Spitze angeschwollen und haben einen bräunlichen Inhalt;
Hasenlattich-Braunrost, Puccinia maculosa
Auf Hasenlattich (Prenathes purpurea) im Nadelwald; mit orangen, halbkugeligen bis flachen, pustelförmig geöffneten Aecien; in Klenke und Scholler die einzige Art auf Hasenlattich; Gruß,
Bernhard
anbei der zweite Teil:
Behangener Düngerling, Panaeolus papilionaceus
Auf Kuhdung im Nadelwald; bereits im Feld von Uschi als solcher angesprochen; die Sporenmaße von 15.3-17.0 x 8.5-9.8 um passen sehr gut und bestätigen die Bestimmung;
Samthäubchen, Conocybe sp.
Auf selben Kuhdung wie der Düngerling und ebenso vertrocknet; Sporen messe ich 11.4-13.0 x 6.4-7.2 um groß mit Q = 1.7-1.8; Basidien überwiegend zweisporig; Sporen verfärben sich in KOH bräunlich; ich habe begonnen in der Funga Nordica zu schlüsseln, komme aber dabe nicht so recht weiter;
Häubling, Galerina sp.
Auf Erde zwischen Moos auf Waldlichtung; Sporen messe ich 8.5-9.9 x 5.5-6.3 um groß mit Q = 1.5-1.6; die Cheilozystiden sind für mich am ehesten tibiiform; im Moos gibt es hier leider sehr viele Galerinaarten und daher komme ich auch hier beim Schlüsseln nicht recht weiter; G. sphagnorum würde ich bei diesem Fund eher ausschließen, da diese laut Funga Nordica eher im Herbst auftritt und lageniforme Cheilozystiden aufweist.
Becherling, Peziza sp.
Auf Erde bei Feuchtstelle (Schlammloch); Fruchtkörper scheidet wasserklaren Saft aus; die Sporen haben zwei Tropfen, sind ornamentiert und bei mir 21.1-22.9 x 10.5-11.5 um groß mit Q = 1.9-2.1; die Asci verfärben sich an der Spitze blau bei Hinzugabe von Lugol; die Paraphysen sind septiert, an der Spitze angeschwollen und haben einen bräunlichen Inhalt;
Hasenlattich-Braunrost, Puccinia maculosa
Auf Hasenlattich (Prenathes purpurea) im Nadelwald; mit orangen, halbkugeligen bis flachen, pustelförmig geöffneten Aecien; in Klenke und Scholler die einzige Art auf Hasenlattich; Gruß,
Bernhard
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Hallo,
bin der Überzeugung, dass es sich bei dieser Galerina, die ich überall zwischen dem Torfmoos gesehen habe, um
Galerina paludosa - Weißflockiger Torfmoos-Häubling, Fastberingter T.-H.
handelt. Die weißlichen Velumreste am Hutrand, die Ringzone mit weißen Fasern unterhalb, die Zystidenform, Sporenform und -Maße sprechen stark dafür. Mit dem synoptischen Key von Dave Savage https://www.fungipedia.org/media/kunena ... lerina.pdf bestimmt und mit Lassoe/Petersen - Fungi of Temperate Europe (FOT) abgeglichen. Ausserdem hat Gernot bei unserer ARGE-Woche diese Art genau dort gefunden.
Der wunderschöne kleine Becherling, den Renate im Schlammloch gefunden hat ist
Paragalactinia michelii - Weinrötlichbrauner Milch-Becherling
Habe leider keine Sporen gefunden (zu jung) aber laut FOT ist die Kombination aus gelbmilchend und braunvioletter Farbe eindeutig (siehe auch die Fotos von Günter in unserer Homepage https://pilze-vorarlberg.at/pilz/paraga ... echerling/)
Auf einer Ranke von Rubus in den Hochstauden am Bach konnte ich ein kleines oranges Becherchen finden:
Capitotricha rubi - Himbeerranken-Kristallhaarbecherchen
Gleich zweimal habe ich diesen schönen Becherling gefunden
Humaria hemisphaerica - Halbkugeliger Borstenbecherling, H. Borstling
Zuerst am Bachrand auf einem Fichtenzapfen
Dann noch im "Heiligen Matschloch"
Thelephora caryophyllea - Trichter-Warzenpilz, Nelkenblüten-W.
Korrektur zur Humaria: Der erste Becherling ist die recht ähnliche
Trichophaea gregaria - Gewöhnlicher Borstenkranzscheibling
Die Sporen sind ganz anders
bin der Überzeugung, dass es sich bei dieser Galerina, die ich überall zwischen dem Torfmoos gesehen habe, um
Galerina paludosa - Weißflockiger Torfmoos-Häubling, Fastberingter T.-H.
handelt. Die weißlichen Velumreste am Hutrand, die Ringzone mit weißen Fasern unterhalb, die Zystidenform, Sporenform und -Maße sprechen stark dafür. Mit dem synoptischen Key von Dave Savage https://www.fungipedia.org/media/kunena ... lerina.pdf bestimmt und mit Lassoe/Petersen - Fungi of Temperate Europe (FOT) abgeglichen. Ausserdem hat Gernot bei unserer ARGE-Woche diese Art genau dort gefunden.
Der wunderschöne kleine Becherling, den Renate im Schlammloch gefunden hat ist
Paragalactinia michelii - Weinrötlichbrauner Milch-Becherling
Habe leider keine Sporen gefunden (zu jung) aber laut FOT ist die Kombination aus gelbmilchend und braunvioletter Farbe eindeutig (siehe auch die Fotos von Günter in unserer Homepage https://pilze-vorarlberg.at/pilz/paraga ... echerling/)
Auf einer Ranke von Rubus in den Hochstauden am Bach konnte ich ein kleines oranges Becherchen finden:
Capitotricha rubi - Himbeerranken-Kristallhaarbecherchen
Humaria hemisphaerica - Halbkugeliger Borstenbecherling, H. Borstling
Dann noch im "Heiligen Matschloch"
Thelephora caryophyllea - Trichter-Warzenpilz, Nelkenblüten-W.
Korrektur zur Humaria: Der erste Becherling ist die recht ähnliche
Trichophaea gregaria - Gewöhnlicher Borstenkranzscheibling
Die Sporen sind ganz anders
Zuletzt geändert von Andreas am Di 28. Jul 2026, 06:39, insgesamt 9-mal geändert.
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Bernhard schrieb "Becherling, Peziza sp."
ich komme bei deinem Becherling immer wieder auf Paragalactina succosa. Die Flüssigkeit ist anfangs klar und gilbt dann mehr oder weniger. Die Sporen passen. Es gibt noch den Doppelgänger Paragalactina succosella, allerdings mit nur 1 großen Öltropfen in den etwas kleineren Sporen.
ich komme bei deinem Becherling immer wieder auf Paragalactina succosa. Die Flüssigkeit ist anfangs klar und gilbt dann mehr oder weniger. Die Sporen passen. Es gibt noch den Doppelgänger Paragalactina succosella, allerdings mit nur 1 großen Öltropfen in den etwas kleineren Sporen.
Zuletzt geändert von Uschi am Di 28. Jul 2026, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
zu den "Galerinas":
die von Bernhard gezeigten Sporen sind ähnlich der von Renate gefundenen Kollektion im Moor außerhalb des Waldes. Laut dem von Andreas zitierten Schlüssel sind die beiden Arten Galerina paludosa und Galerina sphagnorum sehr ähnlich. Makroskopisch bin ich eher bei G. paludosa, mikroskopisch eher bei G. sphagnorum. Die von Ludwig (Band 4) gezeichneten Sporenformen entsprechen weit mehr G. sphagnorum. Etwas Velum am Stiel sowie Hutrand kann laut div. Literatur sehr jung vorhanden sein, verflüchtigt sich dann aber bald. Nachdem Renates Kollektion doch sehr ausgeprägtes Stielvelum mit einer ringartigen Zone aufweist, schließe ich mich der Bestimmung von Andreas an und ändere auf Galerina paludosa.
Renate so bitte ich dich um entsprechende Änderung!
danke und schöne Grüße
Uschi
die von Bernhard gezeigten Sporen sind ähnlich der von Renate gefundenen Kollektion im Moor außerhalb des Waldes. Laut dem von Andreas zitierten Schlüssel sind die beiden Arten Galerina paludosa und Galerina sphagnorum sehr ähnlich. Makroskopisch bin ich eher bei G. paludosa, mikroskopisch eher bei G. sphagnorum. Die von Ludwig (Band 4) gezeichneten Sporenformen entsprechen weit mehr G. sphagnorum. Etwas Velum am Stiel sowie Hutrand kann laut div. Literatur sehr jung vorhanden sein, verflüchtigt sich dann aber bald. Nachdem Renates Kollektion doch sehr ausgeprägtes Stielvelum mit einer ringartigen Zone aufweist, schließe ich mich der Bestimmung von Andreas an und ändere auf Galerina paludosa.
Renate so bitte ich dich um entsprechende Änderung!
danke und schöne Grüße
Uschi
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Scutellinia scutellata - Gewöhnlicher Schildborstling (Aggregat)
am Bachrand auf vergrabenem morschem Holz mit langen Haaren (> 1mm, die hier schlecht zu sehen sind...), den zusammenfließenden Warzen auf den Sporen und verdickten Paraphysen.
Ombrophila janthina - Fichtenzapfen-Gallertkreisling
auch am Bachrand auf einem halb vergrabenem Fichtenzapfen
Peziza granularis cf.- Kleiner Kleie-Becherling
Der zweite Becher, den Renate aus Björns Schlammloch gezogen hat, könnte m. M. nach dieser sein.
Die geringe Größe (ca. 6 mm Durchmesser), die bräunlichen Schuppen außen am Becher, der einzelne Tropfen in der Spore, die kopfigen, abgewinkelten Paraphysen deuten sehr darauf hin. Darüber hinaus hat Björn 2023 ebendort einen Fund (mit cf.) eingetragen.
Zum Schluss habe ich noch einen ungelösten Fall - am Bachrand an senkrechten lehmigen Abschnitten.
Die ausgebreiteten Fruchtkörper der braunen Becherlinge hatten ca. bis 10mm Durchmesser.
Sporen 19.9-19.7x9.3-10.5, Q=1.7-2.0 N=17
Asci 103-128x5.9-7.0 N=7
am Bachrand auf vergrabenem morschem Holz mit langen Haaren (> 1mm, die hier schlecht zu sehen sind...), den zusammenfließenden Warzen auf den Sporen und verdickten Paraphysen.
Ombrophila janthina - Fichtenzapfen-Gallertkreisling
auch am Bachrand auf einem halb vergrabenem Fichtenzapfen
Peziza granularis cf.- Kleiner Kleie-Becherling
Der zweite Becher, den Renate aus Björns Schlammloch gezogen hat, könnte m. M. nach dieser sein.
Die geringe Größe (ca. 6 mm Durchmesser), die bräunlichen Schuppen außen am Becher, der einzelne Tropfen in der Spore, die kopfigen, abgewinkelten Paraphysen deuten sehr darauf hin. Darüber hinaus hat Björn 2023 ebendort einen Fund (mit cf.) eingetragen.
Zum Schluss habe ich noch einen ungelösten Fall - am Bachrand an senkrechten lehmigen Abschnitten.
Die ausgebreiteten Fruchtkörper der braunen Becherlinge hatten ca. bis 10mm Durchmesser.
Sporen 19.9-19.7x9.3-10.5, Q=1.7-2.0 N=17
Asci 103-128x5.9-7.0 N=7
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Hallo zusammen,
noch ein paar Dungpilze als Nachtrag. Da ich mit meinen Sporenmessungen in vielen Fällen irgendwie daneben liege, habe ich die Kalibrierung meines Mikroskops heute noch überprüft. An der liegen die Abweichungen jedenfalls nicht.
Sporormiella borealis ? > Sporormiella cylindrospora
Auf Rehdung im Nadelwald; Fruchtkörper kugelig mit kurzem Perithezienhals, ohne Haare; die Asci sind zylindrisch und gehen abrupt in einen kurzen Stiel über; die Sporen sind vierzellig, mindestens biseriat und 75.9-82.7 x 13.1-14.1 um groß (Q = 5.4-6.0), mit deutlichem, parallel verlaufendem Keimspalt und mit evtl. etwas dickeren zweiten Zelle; die Merkmale passen m.A.n. recht gut zu Sp. borealis, aber die Sporen sollte mit 92-114 x 18-21 um doch noch signifikant größer sein; in der anderen Richtung sind die Sporen für Sp. intermedia mit 48-59 x 9.5-11.5 bei meinem Fund viel zu groß; hier braucht es sicher eine Bestätigung durch einen Experten;
Ergänzung 09.08.2026: Von Matevž Koncilja auf Sporormiella cylindrospora korrigiert.
Roter Langhaar-Haarkotling, Lasiobolus ruber
Auf Rehdung im Nadelwald; auch hier mit Fragezeichen; viele Fruchtkörper in Grüppchen auf dem Dung; die Seten sind 491-654 um lang und an der Basis 32-49 um breit; die Sporen sind beim ersten Fruchtkörper 25.0-26.2 x 10.3-11.7 um (Q = 2.2-2.5, N = 19) und bei einem zweiten um groß 25.6-27.5 x 9.7-10.9 (Q = 2.5-2.7, N = 10); diese passen gut zu L. ruber mit 22.5-30.0 x 9.0-13.5 um und sind für L. macrotrichus mit (15-)17-22(-24) x (5.5-)9.0-12.0(-13.5) um eigentlich zu groß; dennoch fehlt mir der orange-rötliche Farbton, den der Fruchtkörper haben sollte;
Ergänzung 09.08.2026: Von Matevž Koncilja bestätigt.
Warzigsporiger 3-3-2-Sporensackbecherling,Saccobolus verrucisporus > Saccobolus aff. verrucisporus
Auf Rehdung im Nadelwald; 8 Sporen im Ascus in einem 3-3-2 Muster (Pattern II); die Sporen sind 13.1-14.1 x 5.8-6.6 um groß (Q = 2.1-2.3, N = 11); die Porenpakete sind 34.5-36.8 x 12.1-16.0 um groß (Q = 2.3-2.9, N = 6); Sporen mit feinen Warzen auf dem Epispor; für S. beckii (17.5-23 x 8.5-10 um) sind meine Sporen wohl deutlich zu klein; bei S. obscurus und S. thaxteri soll die Anordnung der Sporen bei Reife mehr oder weniger unregelmäßig werden, was ich hier nicht beobachten kann; für S. verrucisporus spricht zudem Kot vom Rehwild;
Ergänzung 09.08.2026: Von Matevž Koncilja auf Saccobolus aff. verrucisporus korrigiert.
Gruß,
Bernhard
noch ein paar Dungpilze als Nachtrag. Da ich mit meinen Sporenmessungen in vielen Fällen irgendwie daneben liege, habe ich die Kalibrierung meines Mikroskops heute noch überprüft. An der liegen die Abweichungen jedenfalls nicht.
Auf Rehdung im Nadelwald; Fruchtkörper kugelig mit kurzem Perithezienhals, ohne Haare; die Asci sind zylindrisch und gehen abrupt in einen kurzen Stiel über; die Sporen sind vierzellig, mindestens biseriat und 75.9-82.7 x 13.1-14.1 um groß (Q = 5.4-6.0), mit deutlichem, parallel verlaufendem Keimspalt und mit evtl. etwas dickeren zweiten Zelle; die Merkmale passen m.A.n. recht gut zu Sp. borealis, aber die Sporen sollte mit 92-114 x 18-21 um doch noch signifikant größer sein; in der anderen Richtung sind die Sporen für Sp. intermedia mit 48-59 x 9.5-11.5 bei meinem Fund viel zu groß; hier braucht es sicher eine Bestätigung durch einen Experten;
Ergänzung 09.08.2026: Von Matevž Koncilja auf Sporormiella cylindrospora korrigiert.
Roter Langhaar-Haarkotling, Lasiobolus ruber
Auf Rehdung im Nadelwald; auch hier mit Fragezeichen; viele Fruchtkörper in Grüppchen auf dem Dung; die Seten sind 491-654 um lang und an der Basis 32-49 um breit; die Sporen sind beim ersten Fruchtkörper 25.0-26.2 x 10.3-11.7 um (Q = 2.2-2.5, N = 19) und bei einem zweiten um groß 25.6-27.5 x 9.7-10.9 (Q = 2.5-2.7, N = 10); diese passen gut zu L. ruber mit 22.5-30.0 x 9.0-13.5 um und sind für L. macrotrichus mit (15-)17-22(-24) x (5.5-)9.0-12.0(-13.5) um eigentlich zu groß; dennoch fehlt mir der orange-rötliche Farbton, den der Fruchtkörper haben sollte;
Ergänzung 09.08.2026: Von Matevž Koncilja bestätigt.
Warzigsporiger 3-3-2-Sporensackbecherling,
Auf Rehdung im Nadelwald; 8 Sporen im Ascus in einem 3-3-2 Muster (Pattern II); die Sporen sind 13.1-14.1 x 5.8-6.6 um groß (Q = 2.1-2.3, N = 11); die Porenpakete sind 34.5-36.8 x 12.1-16.0 um groß (Q = 2.3-2.9, N = 6); Sporen mit feinen Warzen auf dem Epispor; für S. beckii (17.5-23 x 8.5-10 um) sind meine Sporen wohl deutlich zu klein; bei S. obscurus und S. thaxteri soll die Anordnung der Sporen bei Reife mehr oder weniger unregelmäßig werden, was ich hier nicht beobachten kann; für S. verrucisporus spricht zudem Kot vom Rehwild;
Ergänzung 09.08.2026: Von Matevž Koncilja auf Saccobolus aff. verrucisporus korrigiert.
Gruß,
Bernhard
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Hallo Uschi,Uschi hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 22:09 ich komme bei deinem Becherling immer wieder auf Paragalactina succosa. Die Flüssigkeit ist anfangs klar und gilbt dann mehr oder weniger. Die Sporen passen. Es gibt noch den Doppelgänger Paragalactina succosella, allerdings mit nur 1 großen Öltropfen in den etwas kleineren Sporen.
danke für deine Antwort. Paragalactina succosella hatte ich auch schon ausgeschlossen. Ich bin aber noch auf Legaliana limnaea gestoßen. Diese hat im Gegensatz zu Legaliana badia kein Netzmuster, sondern isolierte Warzen.
aus: Fedorenko V.A. (2020): New records of Pezizaceae from the Republic of Kazakhstan, https://ascomycete.org/Journal/Article/art-0303
Die Gelbreaktion der Milch war bei meinem Exemplar kaum wahrnehmbar. Das hatte ich bei P. succosa in der Vergangenheit viel ausgeprägter, verstehe aber, dass siese nicht sehr ausgeprägt sein muss. Wenn ich es richtig sehe, ist die Reaktion aber auch ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Gattungen Paragalactina und Legaliana.
Ein weiterer Unterschied ist auch der Standort: "Paragalactinia succosa bevorzugt nackten, kalk- und lehmreichen Boden an schattigen Plätzen in Laubwäldern oder Parks. Und Legaliana limnaea - wie der Name (limnaea = schlammliebend) verrät - wächst typischerweise auf sehr feuchtem bis durchnässtem Schlamm, z. B. am Rande von Entwässerungsgraben-Böschungen, austrocknenden Bachbetten oder nassen Senken." Letzteres passt eigentlich ausgezeichnet für das Schlammloch, in dem ich den Becherling gefunden habe.
Die Sporengröße würde allerdings wieder eher für P. succosa (17–22 × 9–12 um) sprechen. Die von mir gemessenen sind mit 21.1-22.9 x 10.5-11.5 um für L. limnaea mit 15–20 x 7.5–10 um wohl zu groß.
Wie du weißt habe ich hier wenig Erfahrung. Falls du denkst, dass es sich doch um P. succosa handelt, passt das für mich sehr gut und wir können diese Art in die Fundliste aufnehmen.
Gruß,
Bernhard
Re: Exkursion Juli 2026 / Bad Laterns
Hallo Andreas,
ich habe meine Galerina auch noch mit G. paludosa verglichen und das passt auch bei mir sehr gut. Herzlichen Dank fürs Teilen des synoptischer Schlüssels. Dieser hat schon seine Vorteile. Gerade wenn in der Funga Nordica zu Beginn die Zystidenform abgefragt wird, und man - so wie ich - keine richtige Vorstellung von tibiiform hat. Nach meinem heutigen Verständnis ist bei tibiiform das Köpfchen vom Hals abgesetzt und es gibt keinen verlaufenden Übergang. Ganz sicher bin ich mir aber immer noch nicht. Vielleicht kann das jemand bestätigen, der sich mit den Zystidenformen besser auskennt.
Gruß,
Bernhard