Vorarlberg 25(1)
Verfasst: Do 29. Mai 2025, 00:03
Hallo,
hier noch die Fotos aus der "Vorarlberg-Woche" im Mai 2025. Ich habe alle Funde bearbeitet, es gibt kein übriggebliebenes Material meinerseits, was sich zur Dokumentation noch gelohnt hätte oder was wir nicht ohnehin schon im Feld aufgeschrieben haben.
Weiden-Runzelschorf, Rhytisma salicinum
Bestimmbar anhand des Substrats (Salix) sowie an den schwarzen, bei Reife sich öffnenden Fruchtkörpern. Ähnlich strukturiert wäre auch der Ahorn-Runzelschorf (Rhytisma acerinum) an Bergahorn sowie der Rosmarinheiden-Runzelschorf (Rhytisma andromedae) an Rosmarinheide.
Mennigfarbener Borstling, Melastiza cornubiensis (Syn.: M. chateri)
Rote Becherlinge zwischen 5 und 25 mm breite sind folgende:
Scutellinia, mit braunen bis schwarzen, abstehenden, wurzelnden und spitzen Randborsten
Melastiza, mit kaum abstehenden, stumpfen, nicht wurzelnden Randhaaren
Spooneromyces, mit hellbraunen, stumpfen Randhaaren, die nicht wurzeln, deren Basis aber blasig verdickt ist
Aleuria, mit hyalinen, stumpfen, nicht wurzelnden Randhaaren
Octospora humosa, mit stumpfen, hellen, nicht wurzelnden Randhaaren. Moosparasiten!
Pulvinula laeterubra, mit kugeligen, glatten Sporen
Schmalborstiges Haarbecherchen, Lachnum tenuipilosum
Merkmalskombination: Guttulen (VBs) in Haaren und Paraphysen + Haken vorhanden + keine Kristalle + Sporengröße + Substrat (monokot.)
Wentiomyces fimbriatus
Sehr kleine Fruchtkörper (weniger als 100 µm) + verzweigende Borsten auf der Fk-Oberfläche oder um die Mündung herum führen zu den Gattungen Wentiomyces, Taphrophila und Trichosphaerella (Sordariomycetes). Die Unterscheidung ist simpel:
Wentiomyces: kleine, einfach septierte Sporen
Taprophila: lange, mehrfach septierte Sporen
Trichosphaerella: kugelige Sporen
Trichophaea contradicta (neu für Ö)
Der Pilz hat keinen deutschen Namen, gehört zur Gattung der Braunhaar-Borstlinge (Trichophaea) und erscheint wohl ausschließlich auf Brandstellen. Er unterscheidet sich von den ähnlichen Anthracobia-Arten durch verschiedengestaltige Haare (sowohl längere, spitze als auch stumpfe, sowohl hyaline als auch bräunliche) sowie dann auch durch eine haarige Außenseite (bei Anthracobia ist nur der Rand behaart).
Gelbockerlicher Brandstellen-Becherling, Anthracobia melaloma
Lachnum reynoutriae nom prov
Merkmalskombination: keine Guttulen (VBs) + keine Haken + keine Kristalle + kleine Sporen + Substrat (dikot.)
Keine offiziell beschriebene Art, allerdings anhand der Merkmale klar erkennbar.
Kraushaariges Urnenbecherchen, Urceolella carestiana
Typischer Farnbewohner, von dem es allerdings mindestens 4 verschiedene Varianten gibt, die nicht offiziell beschrieben sind. Korrekt gesagt, handelt es sich um einen Artenkreis (U. carestiana agg.).
Urceolella crispula
Moos-Flachkeulchen, Acrospermum adeanum
Die Art ist nicht neu für Österreich, aber neu für Vorarlberg und zudem in der Datenbank ohne Funddaten (zumindest vor 1983).
Sie wurde an Schlafmoos (Hypnum cupressiforme) gefunden, ein häufiges, besonders an Bäume hochwachsendes Moos. Vielleicht öfter nach braunen Stellen suchen.
Pleospora (Dictyotrichiella) delicatula
Wächst auf der Unterseite von Blättern von Filzigem Hornkraut (Cerastium tomentosum), wahrscheinlich gar nicht selten, aber sehr klein (<100 µm). Typisch und eindeutig anhand der 3fach quer- und einfach längsseptierten, gelbbraunen Sporen zu erkennen.
Björn
hier noch die Fotos aus der "Vorarlberg-Woche" im Mai 2025. Ich habe alle Funde bearbeitet, es gibt kein übriggebliebenes Material meinerseits, was sich zur Dokumentation noch gelohnt hätte oder was wir nicht ohnehin schon im Feld aufgeschrieben haben.
Weiden-Runzelschorf, Rhytisma salicinum
Bestimmbar anhand des Substrats (Salix) sowie an den schwarzen, bei Reife sich öffnenden Fruchtkörpern. Ähnlich strukturiert wäre auch der Ahorn-Runzelschorf (Rhytisma acerinum) an Bergahorn sowie der Rosmarinheiden-Runzelschorf (Rhytisma andromedae) an Rosmarinheide.
Mennigfarbener Borstling, Melastiza cornubiensis (Syn.: M. chateri)
Rote Becherlinge zwischen 5 und 25 mm breite sind folgende:
Scutellinia, mit braunen bis schwarzen, abstehenden, wurzelnden und spitzen Randborsten
Melastiza, mit kaum abstehenden, stumpfen, nicht wurzelnden Randhaaren
Spooneromyces, mit hellbraunen, stumpfen Randhaaren, die nicht wurzeln, deren Basis aber blasig verdickt ist
Aleuria, mit hyalinen, stumpfen, nicht wurzelnden Randhaaren
Octospora humosa, mit stumpfen, hellen, nicht wurzelnden Randhaaren. Moosparasiten!
Pulvinula laeterubra, mit kugeligen, glatten Sporen
Schmalborstiges Haarbecherchen, Lachnum tenuipilosum
Merkmalskombination: Guttulen (VBs) in Haaren und Paraphysen + Haken vorhanden + keine Kristalle + Sporengröße + Substrat (monokot.)
Wentiomyces fimbriatus
Sehr kleine Fruchtkörper (weniger als 100 µm) + verzweigende Borsten auf der Fk-Oberfläche oder um die Mündung herum führen zu den Gattungen Wentiomyces, Taphrophila und Trichosphaerella (Sordariomycetes). Die Unterscheidung ist simpel:
Wentiomyces: kleine, einfach septierte Sporen
Taprophila: lange, mehrfach septierte Sporen
Trichosphaerella: kugelige Sporen
Trichophaea contradicta (neu für Ö)
Der Pilz hat keinen deutschen Namen, gehört zur Gattung der Braunhaar-Borstlinge (Trichophaea) und erscheint wohl ausschließlich auf Brandstellen. Er unterscheidet sich von den ähnlichen Anthracobia-Arten durch verschiedengestaltige Haare (sowohl längere, spitze als auch stumpfe, sowohl hyaline als auch bräunliche) sowie dann auch durch eine haarige Außenseite (bei Anthracobia ist nur der Rand behaart).
Gelbockerlicher Brandstellen-Becherling, Anthracobia melaloma
Lachnum reynoutriae nom prov
Merkmalskombination: keine Guttulen (VBs) + keine Haken + keine Kristalle + kleine Sporen + Substrat (dikot.)
Keine offiziell beschriebene Art, allerdings anhand der Merkmale klar erkennbar.
Kraushaariges Urnenbecherchen, Urceolella carestiana
Typischer Farnbewohner, von dem es allerdings mindestens 4 verschiedene Varianten gibt, die nicht offiziell beschrieben sind. Korrekt gesagt, handelt es sich um einen Artenkreis (U. carestiana agg.).
Urceolella crispula
Moos-Flachkeulchen, Acrospermum adeanum
Die Art ist nicht neu für Österreich, aber neu für Vorarlberg und zudem in der Datenbank ohne Funddaten (zumindest vor 1983).
Sie wurde an Schlafmoos (Hypnum cupressiforme) gefunden, ein häufiges, besonders an Bäume hochwachsendes Moos. Vielleicht öfter nach braunen Stellen suchen.
Pleospora (Dictyotrichiella) delicatula
Wächst auf der Unterseite von Blättern von Filzigem Hornkraut (Cerastium tomentosum), wahrscheinlich gar nicht selten, aber sehr klein (<100 µm). Typisch und eindeutig anhand der 3fach quer- und einfach längsseptierten, gelbbraunen Sporen zu erkennen.
Björn