Hallo zusammen,
noch ein Nachtrag zu unserer Vereinsexkursion in Damüls. Renate hatte ja noch eine Scutellinia ein paar Meter oberhalb der unteren Brandstelle gefunden. Hat sich die jemand angesehen?
Ich selbst komme bei der Bestimmung nicht recht voran, stelle aber gerne meine Bilder hier herein. Vielleicht kann jemand mit mehr Erfahrung etwas damit anfangen.
Gruß,
Bernhard
Scutellinia spec. > S. crinita
Scutellinia spec. > S. crinita
Re: Scutellinia spec.
Dafür braucht des den Schlüssel von B. Jeannerot, hier: https://ascomycete.org/Portals/0/Archiv ... 97-308.pdf
björn
björn
Re: Scutellinia spec.
Hallo Björn,
herzlichen Dank. Den Schlüssel hatte ich schon, bin aber gleich beim erste Punkt gescheitert. Ich habe den Test mit erhitztem Baumwollblau probiert, hat aber nicht richtig funktioniert bzw. es hat sich nichts abgelöst. Ich habe heute einfach den Weg über 1a) geprüft. Dieser würde zu S. mirabilis, S. pseudotrechispora, S. superba, S. minutella und S. torrentis führen, die ich alle aufgrund von Sporengröße und -ornament sowie Haarlänge ausschließen kann. Vermutlich hat er Test dann ja doch funktioniert.
Zum Schlüsse von B. Jeannerot:
Q > 1,2 > Key B
1) Sporen haben keine Netzstruktur und verlieren die Hülle in erhitztem Baumwollblau nicht > 5) Keine gelben Apothecien, keine großen Warzen, aber Sporen mit Graten > 14) Haare >1000 um > 18) Sporen 17-19,5 x 9-12 um, mit runden Enden, Haare mit mehrfach gegabelter Basis = S. crinita
Sporen messe ich 18.4-19.8 x 12.8-14.0 um Q = 1.4-1.5 N = 21. Diese sind doch etwas breiter. Das mag daran liegen, dass mein Exemplar nun doch schon etwas älter ist. Zudem gabe es kaum freie Sporen und ich habe in den Schläuchen vorwiegend große Sporen gemessen.
Ich habe auch noch den Schlüssel von Schumacher (1990): Aus Opera Botanica 101, The genus Scutellinia angewendet und komme zum selben Ergebnis. Sporengröße - vor allem die Breite - passt hier auch noch besser.
1) Ascosporen ellipsoid oder spindelig > 8) Ascosporen nicht in einer Hülle eingeschlossen > 9) Ascosporen mit Warzen, die zu kurzen Graten verbunden sind oder nicht > 16) Ascosporenwand mit Warzen, welche teilweise zusammenfließen und / oder mit Rippen > 21) Ascosporen, deren Wand sich beim Erwärmen in Baumwollblau nicht ablöst. Randhaare gerade, in der Länge zwischen 200 - 3000 (!) um > 27) Apothecien mit an der Basis mehrfach gegabelten Haaren, einige Haare über 1000 um lang > 28) Ascosporen ellipsoid bis breit ellipsoid, weniger als 27,5 um lang > 29) Ascosporen Skulptur mit Warzen und Graten 0,2-1,4 um breit und bis 1,3 um hoch > 34) Ascosporenskulptur im Lichtmikroskop klar erkennbar > 35) Ascosporen deutlich skulpturiert mit Warzen und gewundenen Graten 0,2-0,8 um breit, bei einer Höhe von 0-0,6 um, Ascosporen mit abgerundeten Enden > 37) Ascosporen 16,6-21,2 x 11,1-13,8 um = S. crinita
Möglich wäre natürlich auch S. scutellata, deren Sporen breitere und höhere Warzen und Grate sowie stumpfere Enden hat. Bei den Warzen bin ich mir nicht ganz sicher, aber meine Sporen haben doch recht runde Enden. Ich habe in den Foren noch etwas recherchiert und die Unterscheidung von S. scutellata und S. crinita ist hier wirklich ein Thema. Laut Beñat Jeannerot sollen 99% sogenannter Scutellinia scutellata falsch bestimmt sein und diese viel seltener vorkommen.
Unterm Strich wäre das dann für mich Scutellinia crinita.
Gruß,
Bernhard
herzlichen Dank. Den Schlüssel hatte ich schon, bin aber gleich beim erste Punkt gescheitert. Ich habe den Test mit erhitztem Baumwollblau probiert, hat aber nicht richtig funktioniert bzw. es hat sich nichts abgelöst. Ich habe heute einfach den Weg über 1a) geprüft. Dieser würde zu S. mirabilis, S. pseudotrechispora, S. superba, S. minutella und S. torrentis führen, die ich alle aufgrund von Sporengröße und -ornament sowie Haarlänge ausschließen kann. Vermutlich hat er Test dann ja doch funktioniert.
Zum Schlüsse von B. Jeannerot:
Q > 1,2 > Key B
1) Sporen haben keine Netzstruktur und verlieren die Hülle in erhitztem Baumwollblau nicht > 5) Keine gelben Apothecien, keine großen Warzen, aber Sporen mit Graten > 14) Haare >1000 um > 18) Sporen 17-19,5 x 9-12 um, mit runden Enden, Haare mit mehrfach gegabelter Basis = S. crinita
Sporen messe ich 18.4-19.8 x 12.8-14.0 um Q = 1.4-1.5 N = 21. Diese sind doch etwas breiter. Das mag daran liegen, dass mein Exemplar nun doch schon etwas älter ist. Zudem gabe es kaum freie Sporen und ich habe in den Schläuchen vorwiegend große Sporen gemessen.
Ich habe auch noch den Schlüssel von Schumacher (1990): Aus Opera Botanica 101, The genus Scutellinia angewendet und komme zum selben Ergebnis. Sporengröße - vor allem die Breite - passt hier auch noch besser.
1) Ascosporen ellipsoid oder spindelig > 8) Ascosporen nicht in einer Hülle eingeschlossen > 9) Ascosporen mit Warzen, die zu kurzen Graten verbunden sind oder nicht > 16) Ascosporenwand mit Warzen, welche teilweise zusammenfließen und / oder mit Rippen > 21) Ascosporen, deren Wand sich beim Erwärmen in Baumwollblau nicht ablöst. Randhaare gerade, in der Länge zwischen 200 - 3000 (!) um > 27) Apothecien mit an der Basis mehrfach gegabelten Haaren, einige Haare über 1000 um lang > 28) Ascosporen ellipsoid bis breit ellipsoid, weniger als 27,5 um lang > 29) Ascosporen Skulptur mit Warzen und Graten 0,2-1,4 um breit und bis 1,3 um hoch > 34) Ascosporenskulptur im Lichtmikroskop klar erkennbar > 35) Ascosporen deutlich skulpturiert mit Warzen und gewundenen Graten 0,2-0,8 um breit, bei einer Höhe von 0-0,6 um, Ascosporen mit abgerundeten Enden > 37) Ascosporen 16,6-21,2 x 11,1-13,8 um = S. crinita
Möglich wäre natürlich auch S. scutellata, deren Sporen breitere und höhere Warzen und Grate sowie stumpfere Enden hat. Bei den Warzen bin ich mir nicht ganz sicher, aber meine Sporen haben doch recht runde Enden. Ich habe in den Foren noch etwas recherchiert und die Unterscheidung von S. scutellata und S. crinita ist hier wirklich ein Thema. Laut Beñat Jeannerot sollen 99% sogenannter Scutellinia scutellata falsch bestimmt sein und diese viel seltener vorkommen.
Unterm Strich wäre das dann für mich Scutellinia crinita.
Gruß,
Bernhard