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Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: Sa 16. Aug 2025, 18:32
von Bernhard
Hallo zusammen,
auch wenn der Start heute auch wieder recht feucht ausgefallen ist, war es zumindest für mich am Ende doch eine sehr schöne Exkursion.
Hier schon ein paar Bilder von mir:
Grünblättriger Schwefelkopf,
Hypholoma fasciculare
Auf vergrabenem Holz im Fichten-Tannen-Wald; anhand der sehr deutlich grün gefärbten Lamellen ist hier der Fall recht klar;
Kampfer-Milchling,
Lactarius camphoratus
Auf Erde im Fichten-Tannen-Wald; milder Geschmack und Maggi-Geruch;
Knopfstieliger Rübling,
Collybiopsis confluens
Auf Erde im Fichten-Tannen-Wald; hat den Knopfstieltest bestanden; zudem typisch die eng stehenden Lamellen;
Bittermandel-Täubling,
Russula laurocerasi
Auf Erde im Fichten-Tannen-Wald; Geruch nach Marzipan bzw. Bittermandel, keine dunklen Verfärbungen auf den Lamellenschneiden;
Violetter Lacktrichterling,
Laccaria amethystina
Auf Erde im Mischwald;
Ästiger Stachelbart,
Hericium coralloides
Auf Buche im Mischwald. Den Tannen-Stachelbart würde ich aufgrund des Substrats ausschließen. Zudem hätte dieser längere Stacheln. Dieser Fund hat mich heute am meisten gefreut, da die Stachelbärte doch recht selten und immer schön anzusehen sind.
Pechschwarzer Korallen-Milchling,
Lactarius picinus
Auf Erde im Mischwald;
Frauen-Täubling,
Russula cyanoxantha
Auf Erde im Mischwald; wachsige Lamellen;
Langstieliger Knoblauch-Schwindling,
Mycetinis alliaceus
Auf Totholz im Mischwald; mit einem recht kräftigen Geruch nach Knoblauch;
Perlpilz,
Amanita rubescens
Auf Erde im Mischwald;
Semmel-Stoppelpilz,
Hydnum repandum
Auf Erde im Mischwald;
Gruß,
Bernhard
Inocybe asterospora
Verfasst: Sa 16. Aug 2025, 19:11
von Bernhard
Hallo zusammen,
ich habe noch einen Risspilz zur Untersuchung mit nach Hause bekommen. Aufgrund der sehr markanten Höcker auf den Sporen wäre das für mich wieder der
Sternsporige Risspilz. Die makroskopischen Merkmale passen auch ganz gut zu dieser Art.
Gruß,
Bernhard
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: So 17. Aug 2025, 06:20
von Renate Ammann
Die "Ausbeute" war sehr groß:
Cortinarius rubellus, Spitzgebuckelter Raukopf
im Moos mit sehr untypisch ausgeprägter Knolle
Lyophyllum sp., - Rasling
Fund in einer "Höhle" - im Dunkeln ca. 50 cm in einer Vertiefung zwischen großen Steinen
sehr brüchiger, hohler Stiel
Amanita fulva, Rotbrauner Scheidenstreifling, Fuchsiger S.
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: So 17. Aug 2025, 21:56
von Uschi
hallo Bernhard, hallo Renate
danke für eure ersten Bestimmungen und Meldungen mit Fotos.
Bernhard, bei der Inocybe asterospora kannst du das "cf." getrost entfernen. Die Sporen sind eindeutig.
Hericium coralloides ist ein schöner Fund und besonders schönes Exemplar, habe ich 2021 zum letzten mal gesehen.
Renate, dein "Höhlenpilz" Lyophyllum spec. ist schon der
Weiße Büschelrasling (Leucocybe connatum). Bei insgesamt 4 verschiedenen Literatur-Angaben steht nur im Breitenbach-Kränzlin, dass der Stiel ganz jung voll und dann hohl ist. Ein sehr gutes Bestimmungsmerkmal ist die Probe mit Eisensulfat FeSO4, reagiert auf dem Hut und noch mehr in den Lamellen mit violett bzw. dunkelviolett.
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: So 17. Aug 2025, 21:59
von Uschi
Übrigens, dass der Stiel beim Weißen Büschelrasling hohl ist, war mir auch nicht klar. Wieder ein Beispiel, dass es auch bei sog. "banalen" Pilzen noch Wissenslücken gibt bzw. bei solchen Pilzbesprechungen es auch für "Altgediente" zu lernen gibt.
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: So 17. Aug 2025, 22:07
von Uschi
Korrektur wissenschaftlicher Name des Weißen Büschelraslings "Leucocybe connata"
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: So 17. Aug 2025, 22:43
von Uschi
ein paar Nachbearbeitungen von mir:
Grüner Speisetäubling (Russula heterophylla)
Diskussion bei der Besprechung ob es sich um die grüne Form des Frauentäublings handelt oder es doch eine andere Art ist. Die Lamellen waren sehr weich, fast schon wachsig - führe ich darauf zurück, dass der Pilz vom Regen noch nass war. Der Pilz ist durch einige Hände gegangen und wurde einige Male in den Lamellen stark gedrückt. Ich habe diesen Pilz erst heute Nachmittag bearbeitet - also mehr als 24 Std. später. Laut Literatur bräunen Lamellen und Stiel bei der Russula heterophylla mit der Zeit etwas. Das macht der Frauentäubling (Russula cyanoxantha s.str.) nicht, die leicht giftige Varietät aber schon. Breitenbach-Kränzlin schreiben übrigens beim Frauentäubling
"Lamellen fettig anzufühlen ...". Ich denke das ist auch noch eine sehr gute Definition. Mit Sicherheit sind diese zwei Täublinge mikroskopisch zu unterscheiden.
Zinnoberroter Hart-Täubling (Russula lepida) schmeckt mild, Hut und Stiel sind sehr hart
Nordischer Milchling (Lactarius trivialis) im feuchten, sauren und mit Moos bedecktem Fichtenwald ein sehr typischer Standort. Diesen Milchling sehe ich nicht oft, da ich in solchen Habitaten wenig unterwegs bin.
Honig-Schleimfuß (Cortinarius stillatitius) - war bei der Bearbeitung nicht mehr fotogen! Er hat beim Auspacken so intensiv nach Honig geduftet, dass ich den nun doch entsprechend in die Fundliste aufnehme. Bei der Besprechung hatte Renate schon auf diese Art getippt. Ich hatte den ausgeschlossen, weil der Stiel trotz großer Nässe im Wald trocken war. Ob das mit dem wattigen Velum (war noch jung) zu tun hat oder beim Transport vielleicht ganz oben liegend schon luftgetrocknet wurde, weiß ich nicht. Der Hut war jedenfalls noch schleimig.
LG Uschi
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: So 17. Aug 2025, 22:52
von Uschi
tut mir leid, dass ich da einen Durcheinander habe - muss wohl künftig die "Vorschau" benutzen! Danke an unseren Administrator Bernhard, dass er da wieder Ordnung gemacht hat.
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: Mo 18. Aug 2025, 23:15
von Uschi
noch ein paar weitere Bestimmungen:
ich hatte schöne von oben bis unten violette Haarschleierlinge mit genommen, die am Stiel gut sichtbare Velumgürtel hatten. Diese im Kühlschrank zwischengelagerte Pilze konnte ich erst heute VM bearbeiten. Die violetten Farben sind großteils verschwunden und es ist stattdessen zimtbraun zum Vorschein gekommen. Mit einem Längsschnitt durch den ganzen Pilz war die Bestimmung schon fast abgeschlossen. Das Fleisch hat im Stiel noch schwach gerötet - funktioniert im Frischezustand besser. Oben bei der Stielspitze ist das Fleisch noch leicht bläulich. Das ist der
Rötende Dickfuß (Cortinarius cyanites). Ein nicht sehr häufiger Haarschleierling. Es gibt noch eine andere Form davon und eine C. pseudocyanites. Diese unterscheidet sich u. a. mit mehr Blaufärbung im Fleisch.
Tannen-Muscheling (Hohenbuehelia abietina) - der kleine von Renate gefundene Seitling - kommt auf Nadelholz (Fichte oder Weißtanne).
Re: Exkursion August 2025 / Schetteregg
Verfasst: Mi 20. Aug 2025, 18:41
von Bernhard
Gelbweißer Gallertbecher,
Ditiola peziziformis
Auf Totholz (vmtl. Weißtanne) im Mischwald;
Stenocybe major
Auf Totholz (vmtl. Weißtanne) im Mischwald;
Hier noch ein paar Details zur Bestimmung:
viewtopic.php?p=310
Gruß,
Bernhard