Hallo zusammen,
ich hatte am Sonntag gemeinsam mit Andreas eine schöne Tour in Hohenweiler von Gehren aus in Richtung Osten.
Meiner Meinung nach landschaftlich eine sehr ansprechende Gegend. Es gibt dort einen schönen Mischwald mit recht viel Totholz. Und auch pilzlich ist es dort nicht ganz uninteressant.
Grauer Falten-Tintling, Coprinopsis atramentaria
Die ersten Tintlinge an diesem Tag. Direkt auf dem Fahrweg zerfließen sie vor sich hin.
Schmalsporiger Flockentintling, Coprinellus domesticus
Die zweite Tintlingsart war sehr schön auf einem Baumstamm zu finden. Diese Art habe ich selbst zum ersten Mal gefunden.
Gesäter Tintling, Coprinellus disseminatus
Und dann noch eine dritte Tintlingsart. Ganz besonders schön sind die vielen kleinen Tintlinge auf dem toten Holzstamm.
Rotrandiger Baumschwamm, Fomitopsis pinicola
Der Rotrandige Baumschwamm ist sicher nichts Besonderes. Dieses Exemplar war dann aber doch recht groß.
Flacher Lackporling, Ganoderma applanatum
Diesen hatten wir schon beim letzten Mal vor ein paar Wochen auf Laubholz gefunden und damals als Zunderschwamm glatt fehl bestimmt. Diesmal wollte ich es noch wissen und habe die entsprechenden Merkmale überprüft. Die mit dem Daumennagel eindrückbare obere Schicht und die beschreibbare Porenschicht machen den Fall klar. Ein nicht ganz so flacher Flacher Lackporling halt.
Wurzelschwamm, Heterobasidion annosum agg.
Der letzte der Porlinge ist der Wurzelschwamm, den man bei uns auch recht oft finden kann.
Gezonter Ohrlappenpilz, Auricularia mesenterica
Dieses Exemplar war auch noch recht frisch und die Bestimmung einfach. Zuletzt an ähnlicher Stelle ein schon recht ausgetrocknetes Exemplar gefunden, das ich auch hier im Forum geteilt hatte: viewtopic.php?t=10.
Blutmilchpilz, Lycogala epidendrum agg.
Die Schleimpilze sind zur Zeit auch recht häufig.
Geweihschleimpilz, Ceratiomyxa fruticulosa
Und dann noch ein weiterer Schleimpilz, den ich aufgrund er Struktur auch recht spannend finde.
Die ganz spektakulären Funde sind es diesmal nicht. Dafür war die Bestimmung umso einfacher.
So viel von mir.
Gruß,
Bernhard
Funde aus Möggers
Funde aus Möggers
Re: Funde aus Möggers
Hallo zusammen,
dann werde ich auch "meine" Funde ;) einstellen:
Zum Thema Schleimpilze gleich mal eine wunderschöne Gelbe Lohblüte - Fuligo septica
Dann ein richtig blutender Blutmilchpilz - Lycogala epidendrum s. l., hab ich so noch nie gesehen!
Zusammen mit Ceratiomyxa fruticulosa ein wunderschöner Gelber Schleimi indet.
Leider hab ich die drei Bände der Myxomyceten wieder bei der Vbg. Landesbibliothek zurückgeben müssen...
Zuhause hat er dann poröse Strukturen entwickelt:
Mycena acicula auf einem bemoosten Stamm liegend:
Mycena renati auf entrindetem Laubbaum liegend:
Zum Schluss noch eine Nuss, die es zu knacken gibt: "Nectria indet." :
Auf einem entrindeten, dicken Ahorn-Stamm auf einem Pyrenomyceten wachsend (so sieht es jedenfalls für mich aus)
Sporen: 13.4-15.1] x [4.7-5.6] Q = [2.5-3.0] N = 16
Der Pyrenomycet als Wirt (?):
Habe aus dem schwarzen Zeugs was rausgekratzt und folgendes gefunden:
[19.7-23.1] x [5.0-6.3] Q = [3.3-4.3] N = 23
Eine Lophiostoma ???
Bin dankbar für jeden Tipp!
lg
andreas
dann werde ich auch "meine" Funde ;) einstellen:
Zum Thema Schleimpilze gleich mal eine wunderschöne Gelbe Lohblüte - Fuligo septica
Dann ein richtig blutender Blutmilchpilz - Lycogala epidendrum s. l., hab ich so noch nie gesehen!
Zusammen mit Ceratiomyxa fruticulosa ein wunderschöner Gelber Schleimi indet.
Leider hab ich die drei Bände der Myxomyceten wieder bei der Vbg. Landesbibliothek zurückgeben müssen...
Zuhause hat er dann poröse Strukturen entwickelt:
Mycena acicula auf einem bemoosten Stamm liegend:
Mycena renati auf entrindetem Laubbaum liegend:
Zum Schluss noch eine Nuss, die es zu knacken gibt: "Nectria indet." :
Auf einem entrindeten, dicken Ahorn-Stamm auf einem Pyrenomyceten wachsend (so sieht es jedenfalls für mich aus)
Sporen: 13.4-15.1] x [4.7-5.6] Q = [2.5-3.0] N = 16
Der Pyrenomycet als Wirt (?):
Habe aus dem schwarzen Zeugs was rausgekratzt und folgendes gefunden:
[19.7-23.1] x [5.0-6.3] Q = [3.3-4.3] N = 23
Eine Lophiostoma ???
Bin dankbar für jeden Tipp!
lg
andreas
Zuletzt geändert von Andreas am Do 5. Jun 2025, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Funde aus Möggers
Hatte versucht, der Nectria mit Hilfe von Björns 3-teiliger Artikelserie über nectroide Pilze auf die Spur zu kommen, allerdings vorerst ohne Erfolg.
Werde heute am Abend nochmals besser dokumentieren, messen,...und die Bilder im Beitrag richtigstellen!
Werde heute am Abend nochmals besser dokumentieren, messen,...und die Bilder im Beitrag richtigstellen!
Re: Funde aus Möggers
Der Pilz mit den braunen Sporen ist Lophiostoma vicinellum. Passt sehr gut zu meinen Maßen (19-24 x 6,2-7,5 µm). Der wird aber sicherlich nicht der sein, auf dem die nectrioide Art parasitiert.
Es sieht so aus, als wäre der eigentlich parasitierte Pilz eine Eutypa oder eine Eutypella. Solche kommen auf Ahorn einige vor. Mit den Sporenmaßen passt aber zb keine Pseudocosmospora, die hier eigentlich typisch wären.
björn
Es sieht so aus, als wäre der eigentlich parasitierte Pilz eine Eutypa oder eine Eutypella. Solche kommen auf Ahorn einige vor. Mit den Sporenmaßen passt aber zb keine Pseudocosmospora, die hier eigentlich typisch wären.
björn
Re: Funde aus Möggers
hallo Bernhard und Andreas,
Möggers ist immer "eine Reise wert". Danke für das Zeigen eurer Funde. Der gelbe Schleimi von Andreas, der poröse Strukturen annimmt, ist wohl Ceratiomyxa porioides - siehe auch letztes Foto in der Datenbank. Bemerkenswert finde ich die tw. Vermischung mit Ceratiomyxa fruticulosa
LG Uschi
Möggers ist immer "eine Reise wert". Danke für das Zeigen eurer Funde. Der gelbe Schleimi von Andreas, der poröse Strukturen annimmt, ist wohl Ceratiomyxa porioides - siehe auch letztes Foto in der Datenbank. Bemerkenswert finde ich die tw. Vermischung mit Ceratiomyxa fruticulosa
LG Uschi
Re: Funde aus Möggers
Noch drei Nachträge:
Pilobolus roridus
Auf Tierkot im Mischwald; Sporangium rund und nicht gebuckelt, Sporangiophor ca. 1 mm lang, Sporen ellipsoid und 5.6-7.6 x 3.6-4.5 um groß, Q = 1.5-1.9, N = 20; Sporen für P. roridus an der oberen Grenze, aber Längen bis 8 um sollten laut Reul (2020) als absolutes Maximum möglich sein; für P. crystallinus dann doch zu klein;
Berandeter Weißer Dung-Kotling, Ascobolus sacchariferus
Auf Tierkot im Mischwald; Apothecium ca. 1 mm groß, weißlich mit hellen Flocken; violette Sporen ellipsoid mit länglichen Furchen und 18.3-19.2 x 9.4-10.0 um groß, Q = 1.9-2.0, N = 14; für A. albidus sind die Sporen wohl zu klein;
Auch auf Tierkot; hier dachte ich zuerst an Lasiobolus, finde aber keine Asci, Paraphysen oder eine derartige Struktur; Sporen breit-ellipsid bis subglobos, 9.7-12.5 x 8.4-9.9 um, Q = 1.1-1.3;
Gruß,
Bernhard
Pilobolus roridus
Auf Tierkot im Mischwald; Sporangium rund und nicht gebuckelt, Sporangiophor ca. 1 mm lang, Sporen ellipsoid und 5.6-7.6 x 3.6-4.5 um groß, Q = 1.5-1.9, N = 20; Sporen für P. roridus an der oberen Grenze, aber Längen bis 8 um sollten laut Reul (2020) als absolutes Maximum möglich sein; für P. crystallinus dann doch zu klein;
Berandeter Weißer Dung-Kotling, Ascobolus sacchariferus
Auf Tierkot im Mischwald; Apothecium ca. 1 mm groß, weißlich mit hellen Flocken; violette Sporen ellipsoid mit länglichen Furchen und 18.3-19.2 x 9.4-10.0 um groß, Q = 1.9-2.0, N = 14; für A. albidus sind die Sporen wohl zu klein;
Auch auf Tierkot; hier dachte ich zuerst an Lasiobolus, finde aber keine Asci, Paraphysen oder eine derartige Struktur; Sporen breit-ellipsid bis subglobos, 9.7-12.5 x 8.4-9.9 um, Q = 1.1-1.3;
Gruß,
Bernhard
Re: Funde aus Möggers
Der letztgezeigte Pilz sollte mit Trichobolus zukalii verglichen werden.
Björn
Björn
Re: Funde aus Möggers
Hallo Björn,
danke für den Tipp. Trichobolus zukalii ist es wohl. Bei der ersten Sporenmessung habe ich wohl ein paar unreife erwischt. Jetzt erhalte ich 11.6-12.9 x 9.7-10.6 um Q = 1.2-1.3, N = 20. Das für T. zukalii recht groß, für T. sphaerosporus aber wohl zu groß. Zudem sollte bei letzterem auch Q kleiner 1.1 sein.
Hier noch ein Bild unter Mikroskop bei 100-facher Vergrößerung vor dem Quetschen.
Gruß,
Bernhard
danke für den Tipp. Trichobolus zukalii ist es wohl. Bei der ersten Sporenmessung habe ich wohl ein paar unreife erwischt. Jetzt erhalte ich 11.6-12.9 x 9.7-10.6 um Q = 1.2-1.3, N = 20. Das für T. zukalii recht groß, für T. sphaerosporus aber wohl zu groß. Zudem sollte bei letzterem auch Q kleiner 1.1 sein.
Hier noch ein Bild unter Mikroskop bei 100-facher Vergrößerung vor dem Quetschen.
Gruß,
Bernhard
Re: Funde aus Möggers
Danke Björn!bwergen hat geschrieben: Fr 6. Jun 2025, 13:17 Der Pilz mit den braunen Sporen ist Lophiostoma vicinellum. Passt sehr gut zu meinen Maßen (19-24 x 6,2-7,5 µm). Der wird aber sicherlich nicht der sein, auf dem die nectrioide Art parasitiert.
Es sieht so aus, als wäre der eigentlich parasitierte Pilz eine Eutypa oder eine Eutypella. Solche kommen auf Ahorn einige vor. Mit den Sporenmaßen passt aber zb keine Pseudocosmospora, die hier eigentlich typisch wären.
björn
dann macht das Sinn, Lophiostoma vicinellum ist vergesellschaftet, die Eutypa /-ella hab die Sporen nicht mehr finden können...
Aber was mache ich mit dem nectroiden Pilz?
FK ca. 200 um oder weniger Durchmesser von oben gesehen.
hab in BWB noch eine warzige Struktur an der Sporenwand finden können:
Die Asci in BWB:
Die FK-Wand unterhalb der Oberfläche in BWB gelb:
In KOH 3% die Perithezienwand schön lila:
Magst Du das Exsikkat haben, oder soll ich ihn für besser Zeiten aufheben?
Danke!
lg
andreas